Blog » Unternehmen » Warum Echtholz im Objektbau wieder relevanter wird
ESG, klimaaktiv, DGNB und QNG verändern die Materialwahl – und rücken natürliche Werkstoffe wieder in den Fokus.
Wer heute ein öffentliches Gebäude plant, plant anders als noch vor zehn Jahren. Nicht mehr allein Investitionskosten oder technische Kennwerte bestimmen die Materialentscheidung. Vielmehr geht es um den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung.
Die aktuellen Gebäudezertifizierungen bewerten Materialien zunehmend auf Basis von Ökobilanzen (Life Cycle Assessment, LCA). Dabei werden Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Nutzung und Instandhaltung bis zum Rückbau und zur Wiederverwertung – analysiert. In DGNB-Zertifizierungen fließen diese Lebenszyklusbetrachtungen ebenso ein, wie in den klimaaktiv-Gebäudestandard, der seit der Version 2025 Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz nochmals stärker gewichtet.
ESG-Kriterien, der klimaaktiv Gebäudestandard, Zertifizierungssysteme wie DGNB und QNG sowie steigende Anforderungen an die Innenraumqualität verändern die Perspektive. Für Architekten und öffentliche Bauherren bedeutet das: Materialien müssen heute weit mehr leisten als nur gut aussehen. Sie sollen nachhaltig, langlebig, kreislauffähig und wohngesund sein – und gleichzeitig eine hochwertige Architektur ermöglichen.
Genau deshalb erlebt Echtholz im Objektbau eine neue Relevanz.
Gebäude sollen heute möglichst ressourcenschonend entstehen und gleichzeitig langfristig wirtschaftlich betrieben werden. Deshalb bewerten Zertifizierungssysteme wie klimaaktiv, DGNB oder QNG längst nicht mehr nur den Energieverbrauch eines Gebäudes, sondern auch die Herkunft der Materialien, deren Energiebedarf in Transport und Produktion, Emissionen bei der Herstellung und während der Nutzungsphase, ihre Kreislauffähigkeit und ihre mögliche Nutzungsdauer
Echtholz erfüllt viele dieser Anforderungen auf natürliche Weise.
Als nachwachsender Rohstoff bindet Holz während seines Wachstums Kohlenstoff. Wird das Holz langfristig in Gebäuden eingesetzt, bleibt dieser Kohlenstoff über die Nutzungsdauer gespeichert. Gleichzeitig verursacht die Herstellung vieler Holzprodukte in der Regel einen kleineren ökologischen Fußabdruck als zahlreiche mineralische oder metallische Baustoffe. Entscheidend für die ökologische Bewertung bleiben jedoch Herkunft des Holzes, nachhaltige Forstwirtschaft, Transportwege sowie die tatsächliche Nutzungsdauer und Wiederverwendbarkeit des Bauteils. Diese ganzheitliche Betrachtung entspricht den Anforderungen moderner Gebäudezertifizierungen.
Für Planer entsteht damit ein Material, das ökologische Anforderungen und architektonische Qualität miteinander verbindet.
Noch vor wenigen Jahren stand bei nachhaltigen Gebäuden vor allem der Energieverbrauch im Betrieb im Mittelpunkt. Heute betrachten Zertifizierungssysteme deutlich umfassender die Gesamtqualität eines Gebäudes.
Der österreichische klimaaktiv-Gebäudestandard bewertet unter anderem Energieeffizienz, Ressourcen- und Kreislaufwirtschaft, Baustoffwahl sowie Komfort und Gesundheit. Emissionsarme Materialien, gute Innenraumluftqualität und schadstoffarme Bauprodukte sind dabei ausdrücklich Bestandteil der Bewertung.
Auch das DGNB-System, bzw. im internationalem Kontext LEED, verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der Lebenszyklus-CO₂-Bilanz fließen Kriterien wie Innenraumluftqualität, akustischer Komfort, Rückbau- und Recyclingfähigkeit, Lebenszykluskosten sowie Anpassungsfähigkeit eines Gebäudes in die Bewertung ein. Damit gewinnen langlebige, reparaturfähige und kreislauffähige Materialien deutlich an Bedeutung.
Besonders deutlich wird dieser Ansatz in Bildungs- und Verwaltungsbauten.
Hier treffen hohe Beanspruchung, lange Nutzungsdauer und steigende Anforderungen an Akustik, Raumqualität und Nachhaltigkeit aufeinander. Gleichzeitig wünschen sich Bauherren Gebäude mit einer zeitlosen Gestaltung, die auch nach Jahrzehnten aktuell wirken.
Naturholzoberflächen erfüllen genau diesen Anspruch. Mit seinen Naturholz-Akustiklösungen zeigt Admonter, wie sich Funktion, Design und Nachhaltigkeit in einem Produkt vereinen lassen. Für Architekten ergibt sich dadurch die Möglichkeit, Materialität konsequent über Boden, Wand und Decke hinweg zu denken.
Akustikdecken aus Echtholz verbessern die Sprachverständlichkeit in Klassenräumen oder Besprechungsbereichen und verlängern nachweislich die Aufmerksamkeitsspanne. Wandverkleidungen schaffen eine warme Atmosphäre und schützen gleichzeitig stark beanspruchte Flächen. Naturholzböden sorgen für eine hochwertige Anmutung und lassen sich bei Bedarf renovieren, anstatt vollständig ersetzt zu werden.
Das Ergebnis sind Gebäude, die nicht nur nachhaltig geplant wurden, sondern ihre Qualität auch langfristig erhalten.
Ein Gebäude, dessen Oberflächen nach wenigen Jahren ersetzt werden müssen, ist kaum nachhaltig – unabhängig davon, wie energieeffizient es betrieben wird.
Wissenschaftliche Lebenszyklusanalysen zeigen, dass nicht allein die Herstellungsphase über die Nachhaltigkeit eines Gebäudes entscheidet. Ebenso relevant sind Wartungsaufwand, Reparaturfähigkeit, Nutzungsdauer und die Möglichkeit, Bauteile am Ende ihres Lebenszyklus weiterzuverwenden oder hochwertig zu recyceln. Dabei ist es wichtig, dass Produkte derart designt wurden, um eine möglichst kaskadische Nutzung überhaupt erst zu ermöglichen. Zertifizierungssysteme wie DGNB/LEED berücksichtigen diese Aspekte ausdrücklich bei der Bewertung der ökonomischen und ökologischen Qualität.
Dekoroberflächen oder kunststoffbasierte Beschichtungen werden häufig nach einigen Jahren ersetzt, weil Gebrauchsspuren deutlich sichtbar werden oder sich Reparaturen kaum wirtschaftlich umsetzen lassen.
Echtholz hingegen entwickelt Charakter. Patina wird häufig als Teil der Materialästhetik verstanden. Zudem können Oberflächen vielfach renoviert oder partiell instandgesetzt werden.
Für öffentliche Bauherren werden Taxonomiedaten zunehmend zum Standard: Energiekennwerte, CO₂-Bilanzen, EPDs der Baustoffe und Innenraumluftnachweise dienen heute als messbare Grundlage, um die Taxonomiekonformität eines Gebäudes gegenüber Förderstellen, Banken und Investoren zu dokumentieren.
Für Architekt:innen bedeutet dies einen grundlegenden Perspektivwechsel: Nicht einzelne Materialkennwerte entscheiden über die Nachhaltigkeit eines Gebäudes, sondern das Zusammenspiel aus CO₂-Bilanz, produktbezogenen EPDs, Innenraumqualität, Dauerhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus.
Damit eröffnet sich die Chance, Gebäude zu schaffen, die nicht nur energetisch überzeugen, sondern auch durch ihre Materialqualität, ihre Atmosphäre und ihren langfristigen Werterhalt.
Echtholz wird damit wieder zu dem, was es schon immer war: ein zeitloser Baustoff mit Zukunft.
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